Gehören Hongkong und Macau zu China?

Hongkong und Macau sind Metropolen am Mündungsgebiet des Perlflusses, an der Südküste der Volksrepublik China. Macau ist für die Legalität von Glücksspiel besonders bekannt, und wird oft als das "Las Vegas Asiens" bezeichnet. Da Glücksspiel in der Volksrepublik eigentlich verboten ist, ist Macau ein beliebtes Reiseziel vieler Chinesen. Hongkong hingegen ist für seinen ausgeprägten Finanz- und Wirtschaftssektor berühmt und zählt zu den Finanzzentren Asiens.

 

Sind Hongkong und Macau souverän?

Die klare Antwort auf diese Frage lautet nein! Hongkong und Macau sind Sonderverwaltungszonen der Volksrepublik China. Obwohl Hongkong und Macau zu China gehören, benötigen Chinesen vom Festland* ein Visum, um die Grenze überqueren zu können. Das Gleiche gilt für Personen mit Herkunft aus Hongkong oder Macau. Auch sie benötigen ein Visum, um die Grenze zum Festland zu überqueren. Halter von verschieden Pässen können jedoch ohne Visum (für eine Dauer von 90 Tagen) nach Hongkong und Macau einreisen. Dazu gehören Pässe der EU oder den USA. 

*Auch wenn Hongkong und Macau geographisch gesehen zum Festland gehören, spricht man häufig von China ohne Macau, Hongkong und Taiwan, wenn von Festland-China die Rede ist. (Mainland China)

 

Wie kann das sein?

Hongkong und Macau waren bis vor einiger Zeit britische und portugiesische Kolonien.

Bereits im Jahr 1557 begannen portugiesische Händler in Macau zu siedeln. Auch wenn die Siedlung von der damaligen chinesischen Regierung anerkannt wurde, war Macau nicht souverän, oder ein offizieller Teil von Portugal. Die portugiesischen Siedler zahlten Steuern und Pacht an die Chinesen, bis die Regierung die dauerhafte Besetzung im Jahr 1887 letztendlich anerkannte.

Hongkong hingegen wurde nach dem Opiumkrieg von 1841 von Großbritannien besetzt und im Jahr 1843 zur britischen Kronkolonie ernannt. Durch die britische Besetzung konnte sich Hongkong zu einer bedeutenden Freihandelszone entwickeln.

Nach dem Tod Mao Zedongs und der Öffnung Chinas, die von dessen Nachfolger Deng Xiaoping eingeleitet wurde, begannen im Jahr 1982 Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Volksrepublik China darüber, was zukünftig mit Hongkong und Macau geschehen solle. Die Volksrepublik wollten die beiden Territorien unbedingt wieder unter chinesischer Flagge sehen. Deng Xiaoping entwickelte die Doktrin, die als "Ein Land, zwei Systeme" bekannt ist. Dies eröffnete die Möglichkeit einer Vereinbarung die besagte, dass Hongkong und Macau zur Volksrepublik gehören sollen, aber das kapitalistische System in den beiden Gebieten für 50 Jahre erhalten bleibt. Es war also vorgesehen, dass Hongkong am 1. Juli 1997 zu einer Sonderverwaltungszone Chinas werden würde.

Seither sind Hongkong und Macau Sonderverwaltungszonen der Volksrepublik China.

 
Wie sieht es heute aus?

Die Einstellung der Hongkonger gegenüber den Festlandchinesen ist in vielen Fällen nicht besonders gut. Viele haben Angst vor der vollständigen Wiedereingliederung im Jahr 2047. Außerdem fahren immer mehr Festlandchinesen in Ihrem Urlaub nach Hongkong oder Macau und Verhalten sich dort nicht sonderlich vornehm. 

Viele Hongkonger sehen sich lieber auch als Solche, als als Chinesen. Viele empfinden es als Beleidigung, als normale Chinesen bezeichnet zu werden.

Vor ein paar Jahren gab es außerdem große Proteste gegen die chinesische Regierung, da die demokratischen Wahlen beeinträchtigt werden sollten. Es durften nur Kandidaten zur Wahl antreten, die zuvor die Vorgaben der chinesischen Regierung unterzeichneten.

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