Die Ein-China-Politik

Um genauer auf China eingehen zu können, muss ich hier zunächst die "Ein-China-Politik" vorstellen. Es gibt viel Kontroversität um die Ein-China-Politik. Im großen und ganzen beziehe ich auf meiner Webseite auf die Volksrepublik China. Hier werde ich jedoch die Unterschiede und die Sachlage erläutern.

Zunächst ein paar Daten:

中华人民共和国

Volksrepublik China

Hauptstadt: Beijing

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Fläche: 9.571.302 km²

Einwohnerzahl: 1.383.969.817 (15. März 2017)

Währung: Renminbi (CNY)

Staatsform: Volksrepublik

Aktive Soldaten: 2.285.000

中华民国

Republik China

Hauptstadt: Taipeh

Staatsoberhaupt: Tsai Ing-Wen

Fläche: 36.179 km²

Einwohnerzahl: 23.539.613 (15. März 2017)

Währung: Neuer Taiwan-Dollar (TWD)

Staatsform: Republik

Aktive Soldaten: 290.000

Was genau ist die "Ein-China-Politik"?

Praktisch gibt es zwei chinesische Regierungen. Die Regierung der Republik China und die Regierung der Volksrepublik China. Beide Regierungen behaupten, die einzige legitime Regierung Chinas als Ganzes zu sein, weswegen sich auch beide Parteien darüber einig sind, dass es nur ein China gibt. Dies wird als "Ein-China-Politik" bezeichnet. Uneinigkeit herrscht allerdings darüber, welches China nun das einzig Wahre ist.

Zur Zeit beschränkt sich die politische Souveränität der Republik China auf die Insel Taiwan, welche von der Volksrepublik China lediglich als Provinz Chinas angesehen wird. In der Verfassung der Volksrepublik ist der Status Taiwans als Provinz ausdrücklich vermerkt, jedoch hat die Regierung der Volksrepublik keine direkte politische Kontrolle über Taiwan.

Sollte Taiwan seine Unabhängigkeit von China verkünden und beispielsweise eine "Republik Taiwan" ausrufen, droht eine Invasion der Volksbefreiungsarmee. Momentan sind mehrere Tausend Raketen auf Taiwan gerichtet, welche in konstanter Einsatzbereitschaft sind. Dazu kommt die zahlenmäßige Unterlegenheit. Auf jeden aktiven Soldaten der taiwanesischen Streitkräfte kommen zehn aktive Soldaten der Volksbefreiungsarmee. Daher hat die Regierung Taiwans ein großes Interesse daran, die Ein-China-Politik aufrecht zu erhalten. 

 

Wie konnte es so weit kommen?

Im chinesischen Bürgerkrieg, welcher von 1927 bis 1949 andauerte, kämpften die beiden Parteien "Guomindang" (auch: "Kuomintang" oder "KMT", nationalistische Partei Chinas) und die "Kommunistische Partei Chinas" (KPC) um die Vorherrschaft in China. 

Die KMT, welche bereits durch die japanische Armee im 2. Weltkrieg geschwächt wurde, musste im späteren Verlauf des Krieges mehr und mehr Niederlagen hinnehmen, bis sie den Krieg 1949 schließlich verlor. Der damalige Vorsitzende der KMT, Chiang Kai-shek, floh mit schätzungsweise 2.000.000 weiteren Nationalchinesen vor dem kommunistischen Regime nach Taiwan. Die KPC, welche am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausrief, plante zwar eine Invasion Taiwans, konzentrierte ihre Kräfte jedoch auf den Koreakrieg, welcher schon im Jahre 1950 ausbrach. Daher blieb eine Invasion aus, und die Republik China, welche bereits am 1. Januar 1912 ausgerufen wurde, konnte auf Taiwan fortbestehen.

Die Vereinten Nationen erkannten die Republik China als die legitime Regierung Chinas bis 1979 an. Dies änderte sich jedoch mit der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung des Festlandes und dem Interesse, die Volksrepublik China als Verhandlungspartner im kommunistischen Block zu gewinnen. 

Die Bedingungen der Volksrepublik für eine Kooperation mit dem Westen waren jedoch sehr eindeutig. Taiwan war vom Westen von nun an nur noch als eine Provinz der Volksrepublik China anzusehen. Des Weiteren durfte es keine politischen Beziehungen mehr zwischen der Republik China und Staaten geben, die das Interesse pflegten, mit der Volksrepublik China Geschäfte zu führen.

Dies führte zu der "Ein-China-Politik", die heute der Fall ist. 

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